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WB Werkstatt + Betrieb 01-02/2019

Geschliffene Performance

Mini-Ausdrehwerkzeuge, Bohrungs-Innenbearbeitung, Leistungsplus

Dass Dümmel im Jubiläumsjahr 2018 in puncto Umsatz und Fläche erneut zulegen konnte, verdanken die Tüftler von der Alb nicht zuletzt den präzisen Ausdrehwerkzeugen ›Ultramini‹. Der jüngste Typ Superfinish F050 spant bis zu 5-mal feiner oder 20-mal schneller als üblich.

Dark, dirty and dusty – diese im Englischen so einprägsame wie überholte Charakterisierung der Zerspanbranche als dunkel, schmutzig und staubig schwirrt als Vorurteil noch in so manchem Kopf, trotz aller Bemühungen von Firmen und Verbänden, das zu ändern. Ein einziger Besuch bei Dümmel Werkzeugbau im baden-württembergischen Hülben könnte diesem Vorurteil den Garaus machen. Denn weiter entfernt von diesen drei Attributen als dort kann man kaum sein.

Ausdrehen auf die feine Art: Der Ultramini – Superfinish F050 zeigt in Bohrungen ab 4 mm Durchmesser den glättenden Wiper-Effekt ohne Vielseitigkeit und Stabilität einzuschränken (© Hanser)

Das Unternehmen, Spezialist für die Herstellung hochpräziser Miniatur-Hartmetallwerkzeuge zur Bohrungs-Innenbearbeitung, ist schon von seiner Kunden- struktur her Sauberkeit und tadelloser Betriebsführung verpflichtet, gehören doch der Hightech-Motorenbau, die Medizintechnik oder die Elektronik zu den Abnehmern der Produkte. Seit jedoch vor gut vier Monaten das 80-köpfige Team mit Jochen M. Dümmel und seinem Vater Karl-Heinz Dümmel an der Spitze mit einem Neubau seine Produktionsfläche verdoppelte, bietet sich der Betrieb am Rande der Schwäbischen Alb geradezu als Vorzeige-Standort für eine zukunftsweisende Fertigung im Metallsektor an.

Verdoppelung der Produktionsfläche zum 90-jährigen Jubiläum

»Wir wollten mit unserem Erweiterungsbau auf dem neuesten Stand sein – so, wie wir es mit unseren Mini-Werkzeugen auch sind«, begründet Geschäftsführer Jochen Dümmel die moderne Fassadengestaltung und die aufwendige, geradezu noble Inneneinrichtung des Verwaltungstrakts, die mit der klaren Nüchternheit der benachbarten zusätzlichen 4000 m2 Produktionsfläche kontrastiert. Aber auch was nicht zu sehen ist, kann sich sehen lassen. »In der Produktion wird vier- bis sechsmal stündlich die Luft ausgetauscht«, erklärt der Chef. »Das Be- und Entlüftungssystem hält die Temperatur stets konstant. Und im Winter heizt die Abluft der Maschinen das Werk.«

Dümmel hat die Erweiterung – schon die zweite nach dem Umzug in die Daimlerstraße 2012 – bewusst ins Jahr 2018 gelegt, das Jahr des 90. Firmengeburtstags. Schließlich war es im Jahr 1928, als Paul Dümmel seine mechanische Werkstätte eröffnete, die unter anderem mit dem Verkauf von Motorrädern, Fahrrädern und Radios rasch bekannt wurde.

Aufgrund einer besonderen Fähigkeit stieg der Gründer Ende der Vierzigerjahre in die Lohnfertigung von Zerspanungswerkzeugen ein: Mit seinem Holzgasofen schaffte er es, Hartmetallschneiden auf die dazugehörigen Stahlhalter so schnell und hochwertig aufzulöten wie niemand sonst in der Region.

Derartige sogenannte Lötwerkzeuge mit zunächst eher großem Durchmesser sollten bis in die Achtzigerjahre das Standardprodukt in Hülben bleiben, regelmäßig ergänzt um neu entwickelte Varianten, aber bald auch schon mit relativ kleinem Durchmesser für die Innenbearbeitung. Zu Beginn der Neunzigerjahre schließlich entwickelte man jene Produkte, die als Initialzündung für das Wachstum des Unternehmen wirkten: Miniatur-Einstechwerkzeuge mit austauschbaren Wendeschneidplatten.

Hoher Automatisierungsgrad ermöglicht Fertigung rund um die Uhr

»Es war ein großer Automobilhersteller, der uns anregte, hochgenaue Kleinstwerkzeuge erstmals nicht zu löten, sondern mit geschraubten Wendeschneidplatten zu fertigen«, erinnert sich Gregor Eisenlohr, als Vertriebsleiter Mitglied der Geschäftsleitung. »Wir nahmen die Herausforderung an und entwickelten schnell eine große Expertise auf diesem Gebiet.« Einfach sei es nicht gewesen, von den klassischen Lötwerkzeugen auf Wendeschneidplatten-Werkzeuge umzusteigen. Schließlich erfordert beispielsweise das Schleifen der Platten eine grundsätzlich andere Spanntechnik. Zudem war das Personal an die teilweise völlig neuen Aufgaben heranzuführen.

Geschäftsführer Jochen M. Dümmel (© Hanser)

Doch derart zum Modernisieren gezwungen, entwickelte Dümmel eine Strategie, die sich als segensreich erweisen sollte: die permanente Investition in neueste Technik, speziell die Automatisierung betreffend. »Unsere erste teilautomatische Werkzeugschleifmaschine hatten wir schon in den Achtzigern«, bemerkt Jochen Dümmel. »Daneben rüsteten wir Schritt für Schritt die manuellen Maschinen mit zusätzlichen Achsen nach. Seit gut zwanzig Jahren investieren wir ausschließlich in vollautomatische Maschinen.« Nur mit diesem hohen Automatisierungsgrad sei es möglich, nonstop an 365 Tagen im Jahr zu fertigen und so den Jahresausstoß von rund zwei Millionen Werkzeugen zu bewältigen.

Anfang der Neunzigerjahre kam ein Erzeugnis auf den Markt, das mit gut 50 Prozent der Produktion bei Dümmel bis heute eine tragende Säule des gesamten Produktprogramms aus Mini-Werkzeugen zum Drehen, Fräsen und Nutstoßen darstellt: das Ausdrehwerkzeug ›Ultramini‹. »Wir konnten mit dem Ultramini sehr schnell Erfolge erzielen«, berichtet Jochen Dümmel. »Inzwischen bietet das System mit mehr als 4000 Standardvarianten so viele Möglichkeiten zum präzisen Innendrehen, dass vielfach Sonderwerkzeuge ersetzt werden können.«

Smarte Spitze: Die Leistungsfähigkeit des Werkzeugs liegt in der bestmöglichen Abstimmung der Bearbeitungsschritte 5-Achs-Schleifen, fluidbasiertes Reinigen sowie Beschichten begründet (© Hanser)

Damit fügt sich Ultramini in eine weitere Strategie von Dümmel ein: Möglichst viele anspruchsvolle Fertigungsaufgaben sollen mit Standardwerkzeugen zu lösen sein. »Standardwerkzeuge bedeuten Vorteile für den Kunden bezüglich Preis und Verfügbarkeit und auch für uns, können wir doch die Werkzeuge dann deutlich effizienter herstellen«, so der Juniorchef. Inzwischen kann man in Hülben auf ein Programm von rund 10 000 Standardwerkzeugen verweisen, die ständig auf Lager sind. Nur rund 15 Prozent aller Werkzeuge sind noch Sonderanfertigungen, zurzeit lieferbar mit einer Stückzahl von mindestens 5.

Philosophie der scharfen Schneide auf neue Niveaustufe gehoben

Seit Herbst dieses Jahres wird das Ultramini-Programm für die Bohrungsbearbeitung ab 0,2 mm Durchmesser einschließlich der Premium-Baureihen Mediline und Hardline ab 2 mm sowie Xtraline ab 1 mm Durchmesser vom Typ Superfinish F050 zum Ausdrehen von 4 bis 6,8 mm Durchmesser ergänzt. »Wir haben mit diesem Produkt auf den Bedarf der Kunden reagiert, bei filigraner werdenden Teilen aus zunehmend exotischen Werkstoffen sehr hochwertige Oberflächen immer schneller herstellen zu können«, erläutert Jochen Dümmel den Beweggrund für die Neuentwicklung – ein Spross der vor drei Jahren gegründeten Abteilung F&E.

Die Feinstbearbeitung von Präzisions-Wälzlagern ist einer der Bearbeitungsfälle, für die sich die Ultramini-Werkzeuge der neuesten Generation anbieten (© Dümmel)

Mit dem neuen Werkzeug soll eine bis zu fünfmal bessere Oberflächenqualität erzielbar sein als mit dem Vorgänger. So werden bei einer Schnittgeschwindigkeit von 20 m/min und einem Vorschub von 0,01 mm Oberflächen-Kennwerte Ra von 0,1 und Rz von 1 µm in Aussicht gestellt. Soll der Schwerpunkt eher auf der Produktivität liegen, kann bei Oberflächen- Kennwerten Ra und Rz von 0,2 und 1,3 µm und ebenfalls 20 m/min Schnittgeschwindigkeit ein Vorschub von 0,15 mm ›gefahren‹ werden – im Gegensatz zu üblichen 0,07 mm.

»Wir haben beim jüngsten Ultramini unsere erfolgreiche Philosophie der scharfen Schneide fortgeführt und in hohe Vorschubwerte umgesetzt«, bemerkt Jochen Dümmel. Schon immer habe die Fähigkeit zur ›scharfen Schneide‹ bei den Ultramini-Werkzeugen ihren Ursprung in einer ausgeklügelten ölbasierten Schleifstrategie in Verbindung mit einer hoch effizienten fluidischen Reinigungs-Vorbehandlung für das Beschichten und im eigenentwickelten Beschichtungsverfahren gehabt. »Für das neue Werkzeug haben wir dieses Zusammenwirken auf eine weitere Optimierungsstufe gehoben«, formuliert es der Geschäftsführer. Gregor Eisenlohr konkretisiert: »Wir haben den Eckenradius vergrößert sowie ein noch höherwertiges Hartmetall-Substrat und eine spezielle Chrombeschichtung verwendet.«

Erste positive Resonanz im Markt

Ausgangspunkt für die Neuentwicklung sei das Konzept der Wiper-Schneidengeometrie gewesen, von der man sich eine bessere Oberflächenqualität versprach. Dümmel: »Das Wiper-Prinzip ließ sich aber nur für spezielle Applikationen zufriedenstellend anwenden; für eine Universalschneide wie sie hier angestrebt wurde, eignete es sich nicht, unter anderem wegen erhöhter Schwingungsneigung.« Mit den genannten Maßnahmen habe man das Ziel einer exzellenten Oberfläche aber nun erreicht.

Dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen, ist den Dümmel-Managern zufolge jetzt schon im Markt spürbar. So gebe es durchweg positive Rückmeldungen jener Anwender, die erste Werkzeuge zu Testzwecken geordert haben. Wie geplant, sind es durchweg solche Kunden, die eine außergewöhnlich hochwertige Teile- Oberfläche besonders produktiv erzeugen müssen. Sie hätten bestätigt, dass die gesteckten Ziele erreicht wurden.

Jochen Dümmel und Gregor Eisenlohr sind überzeugt, dass ihr neues ›Vollgas-Werkzeug‹, wie sie es in Anspielung auf seine Leistung nennen, von anspruchsvollen, effizienzbewussten Kunden gut angenommen wird. »Qualität in puncto Maßhaltigkeit und Oberflächengüte, lange Standzeit und rasche Verfügbarkeit waren schon immer die Faktoren, mit denen wir gegenüber unseren Marktbegleitern punkten konnten; mit dem neuen Superfinish erwarten wir einen weiteren deutlichen Vorteil im Wettbewerb«, so Jochen Dümmel. »Wir sind in den vergangenen Jahren konstant zweistellig gewachsen. Mit Produkten wie dem Superfinish schaffen wir die Grundlage dafür, diesen Kurs konsequent weiterzuverfolgen.« W

Hersteller

Paul Dümmel Werkzeugfabrik GmbH 72584 Hülben Tel. +49 7125 9691-0 www.duemmel.de

PDF-Download

www.werkstatt-betrieb.de/7540871

von Frank Pfeiffer

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Diesen Artikel bieten wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung von der Redaktion WB Werkstatt + Betrieb kostenlos als PDF-Datei zum Download an.

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Unternehmensinformation

Paul Dümmel Werkzeugfabrik GmbH

Lerchenstraße 15
DE 72584 Hülben
Tel.: 07125 9691-0
Fax: 07125 9691-50

Internet:www.duemmel.de
E-Mail: info <AT> duemmel.de


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