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WB Werkstatt + Betrieb 01/2020

»Automation ist eine Investition in die eigene Zukunft, die sich auszahlt«

Halter baut Präsenz in Deutschland aus

Unproduktive Nebenzeiten, hauptsächlich durch Rüstzeiten verursacht, kosten einen Fertigungsbetrieb wertvolle Kapazitäten. Unnötig, wie Wouter van Halteren im WB-Interview klarstellt. Der Geschäftsführer der Halter CNC Automation setzt mit seinen Lösungen zum Werkstückhandling konsequent auf höhere Auslastung des vorhandenen Maschinenparks. Produziert werden die Beladeroboter am Standort in Issum unter der Leitung von Spela Zalokar. Das Interview führte Martin Ricchiuti.

WB Werkstatt + Betrieb: Herr van Halteren, was hat Sie dazu bewegt, sich mit Ihrem Unternehmen ganz der Automatisierung von Werkzeugmaschinen zu widmen?

Wouter van Halteren: Als ich die Dreherei meines Vaters übernahm, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar dringende Veränderungen. Denn die Erfahrung hatte mir gezeigt, dass die Maschinen einfach zu oft stillstanden, um am Ende des Tages einen zufriedenstellenden Output zu erreichen. Das wollte ich ändern.

Wouter van Halteren, Geschäftsführer von Halter CNC Automation (© Patrick Siemons)

WB: Sie erkannten also schon früh die Möglichkeiten, die Automatisierung eröffnen kann. Wie gestalteten sich die ersten Schritte in diesem neuen Segment?

van Halteren: Der Start erfolgte Schritt für Schritt. Geholfen hat mir dabei mein Netzwerk aus Kunden, Händlern und Partnern. Für den Verkauf der ersten zehn Beladeroboter konnten wir so auf bereits vorhandene Kundenbeziehungen aufbauen. Das Vertrauen dieser Kunden in unsere Lösungskompetenz war der Startschuss. Mittlerweile verkaufen wir rund 40 Prozent direkt an Anwender, etwa 60 Prozent an Händler und OEMs. Unsere Strategie folgt der ›Full-Service-Philosophie‹: Um sicherzustellen, dass der Anwender von Anfang an produktiv mit seiner Investition arbeiten kann, legen wir viel Wert darauf, für direktes Feedback zur Verfügung zu stehen. Die Weiterentwicklung der Lösungen basiert auf diesem Dialog.

WB: Wenn sie die letzten fünf Jahre beschreiben, auf wie viele Installationen blicken sie zurück?

van Halteren: Wir haben circa 400 Anlagen weltweit in Betrieb. Derzeit verlassen pro Tag drei Anlagen das Werk in Issum Richtung Kunden. Den entscheidenden Unterschied macht der Service, speziell in der Prozessberatung, der Installation und Schulung der Mitarbeiter, den wir bieten. So haben wir einen Stamm von Experten und Know-how für diese Aufgaben aufgebaut. Unsere umfangreiche Schnittstellenbibliothek, die eine schnelle Einbindung in das bestehende Firmen- oder Produktionsnetzwerk beschleunigt, ist nur ein Beispiel dafür. Außerdem führen wir nach circa sechs bis acht Wochen Betrieb eine erneute Schulung vor Ort durch. So stellen wir sicher, dass das Potenzial der Anlage bestmöglich genutzt wird, denn nur dann kann der Anwender optimal von seiner Investition profitieren.

Wouter van Halteren: »Die Ansprüche an Qualität und Präzision sind nirgendwo höher als in Deutschland.« (© Hanser)

WB: In letzter Zeit setzen andere Lösungsanbieter auf neue Konzepte, etwa die Mensch-Maschine-Kollaboration mittels Cobot. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

van Halteren: Ein Cobot, also ein kollaborierender Roboter, stellt für uns keine geeignete Lösung in der Maschinenbeladung dar. Denn er hat aus unserer Sicht zwei gravierende Nachteile: Zum einen die Programmierung, die nicht auf die speziellen Bedürfnisse von Zerspanern, etwa dem komfortablen Teachen unterschiedlicher Teilespektren, angepasst ist. Dies resultiert in einem erhöhten Bedienungs- und Zeitaufwand für den Benutzer. Zum anderen das Thema Sicherheit, das bei Cobots völlig falsch eingeschätzt wird. Denn das Handling eines scharfkantigen Werkstücks, womöglich noch in Augenhöhe des Werkers, ist ein hohes Sicherheitsrisiko. Dagegen liefern wir eine komplette Risikobeurteilung für unsere Lösungen, inklusive einer normgerechten Schutz‧umhausung sowie induktiven Näherungssensoren. Im rauen Fertigungsalltag ist somit eines immer sichergestellt: Die Sicherheit für Mensch und Maschine.

WB: Was erwartet uns in naher Zukunft an neuen Lösungen von Halter?

van Halteren: Um unser Produktspektrum nach unten abzurunden, ist derzeit eine kleinere Version mit einer geringeren Hebekraft von 12 kg in der Entwicklung. Der LoadMaster compact, der über alle technischen Features der aktuellen Halter-Modelle verfügt, ist damit eine gute Alternative zu den meist günstigeren Cobot-Lösungen, ohne jedoch Industriestandards in Sachen Betriebssicherheit zu unterschreiten.

Spela Zalokar: »Das neue Tech-Center nahe Düsseldorf wird zur Drehscheibe für Applikationsberatung« (© Patrick Siemons)

WB: Werden alle Modelle am Standort in Issum gefertigt?

Spela Zalokar: Am Standort Issum haben wir eine eigene GmbH gegründet als Reaktion auf den Rückzug von Fastems, wo bisher unsere Montage ausgelagert war. Das Fachpersonal haben wir dazu in unsere neue GmbH übernommen. Denn die Ansprüche an Präzision und Qualität sind meines Erachtens in keinem anderen Land höher als in Deutschland und können am besten hier erfüllt werden.

Fernwartung samt Pay-per-use-Modell

WB: Industrie 4.0 wird oftmals als Synonym für gesteigerte Produktivität mittels IT-Technologien verwendet. Wie begegnet Halter diesem Trend?

van Halteren: Das Thema Fernwartung etwa haben wir schon lange implementiert, um bei Störungen schnell für Abhilfe sorgen zu können. Zukünftig planen wir, daraus abgeleitet ein Pay-per-use-Modell anzubieten. So trägt der Kunde das Risiko nicht alleine, die Anlage gleich zu Beginn voll auszulasten.

WB: Die Konjunktur hat sich in den vergangenen Monaten merklich eingetrübt. Spüren Sie die Auswirkungen?

van Halteren: Richtig, nach einem unglaublichen Geschäftswachstum in den letzten vier Jahren hat es sich etwas verlangsamt. Das Abwenden des Hard Brexits und Entspannungen im Handelsstreit zwischen China und den USA haben aber bereits für ein besseres Investitionsklima gesorgt. Das Interesse an unseren Lösungen ist hoch, um mit einer optimalen Maschinenauslastung profitabel zu bleiben. So zwingt momentan sowohl der Fachkräftemangel als auch der Druck produktiver zu werden, Fertigungsbetriebe zu neuen Installationen.

WB: Wie sehen die Aussichten für die kommenden drei bis fünf Jahre aus?

Zalokar: Wir liefern in mehr als 25 Länder und haben Technologiezentren in Europa und den USA. Unser Ziel ist es, den bestmöglichen Service zu bieten und mit unseren Dienstleistungen wie dem Applikations-Engineering und der Beratung ein Maximum an Mehrwert zu erzielen. In diesem Jahr werden wir in eine neue Produktionsstätte in Deutschland und in ein hochmodernes Technologiezentrum in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens für unsere Kunden aus ganz Europa investieren. Dies ist unsere Basis für die weitere Expansion in Deutschland und Europa.

WB: Danke für das Interview.

Unternehmensinformation

HALTER CNC Automation BV

Hogebrinkerweg 19
NL 3871 KM Hoevelaken
Tel.: +31 88 01574-00

Internet:www.haltercncautomation.de
E-Mail: info <AT> haltercnc.com


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