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WB Werkstatt + Betrieb 01-02/2019

»Die Philosophie hinter den Maschinen macht den Unterschied!«

Das spanische Familienunternehmen CMZ erobert Marktanteile im deutschen Drehmaschinenmarkt

Seit acht Jahren setzt der spanische Drehmaschinenhersteller CMZ in Deutschland auf Direktvertrieb. Olaf Süßmann, von Beginn an Geschäftsführer der deutschen Niederlassung, spricht im WB-Interview über die rasante Entwicklung des Herstellers, über eine alleinstellende Firmenphilosophie, den Vorzug langlebiger Maschinen und über Trends wie Automatisierung und Digitalisierung im Massenmarkt universeller CNC-Drehmaschinen.

Olaf Süßmann, Geschäftsführer der deutschen CMZ-Niederlassung (© CMZ)

WB Werkstatt+Betrieb: Herr Süßmann, Sie betreuen seit 2010 den deutschen Markt für den baskischen Hersteller von CNC-Drehmaschinen CMZ. Wie ist es Ihnen seitdem ergangen?

Olaf Süßmann: Die Aufbauarbeit trägt mittlerweile Früchte. Das mittelständische und eigentümergeführte Familienunternehmen beschäftigt heute europaweit 350 Mitarbeiter, knapp über 300 davon am Stammsitz in Spanien. In 2017 konnten wir die Zahl verkaufter Maschinen in Europa gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent steigern und auch für 2018 ist wieder ein signifikantes Wachstum zu verzeichnen. Die dafür nötige Anpassung der Kapazitäten ist geordnet, nachhaltig und frei von Fremdkapital erfolgt. In Deutschland sind wir zwar immer noch die Neuen, haben aber mit mehreren Hundert Maschinen in den vergangenen Jahren sukzessive, Maschine für Maschine, Marktanteile gegen etablierte Hersteller erobern können. Diesen Erfolg wollen wir natürlich fortführen.

Logo von CMZ, Hersteller von CNC-Drehmaschinen (© CMZ)

WB: Die von CMZ gebotenen Ausstattungsmerkmale sind symptomatisch für einen regelrechten Massenmarkt. Wie können Sie sich mit einer überschaubaren Range an Drehmaschinen in einer Zeit behaupten, wo das ›Immer mehr‹ der Königsweg zu sein scheint ?

Süßmann: Weil wir diesen Weg nicht mitgehen, sondern uns klar auf unsere Kernkompetenzen fokussieren. Diese bestehen zunächst aus hochwertigen, maschinenbaulich und mechanisch extrem soliden Maschinen mit handgeschabten Flachführungen, die auf eine Nutzungsdauer von 20 Jahren und mehr ausgelegt sind. Das ist unser Anspruch. Hinzu kommt ein Eigenfertigungsanteil von 90 Prozent, der nur um einzelne Komponenten einiger weniger ausgewählter Premium-Zulieferer ergänzt wird. Ich könnte da beispielweise Drehdurchführungen von Deublin oder Stator-/Rotorwicklungen von Servax in den hauseigenen Spindeln nennen. Infolge entsprechender Gleichteile in unseren drei Baureihen haben wir nicht nur die Preise, sondern auch die Lieferzeiten im Griff. Wir können Fertigstellungstermine bereits im Rahmen der Maschinenkonfiguration und des Angebots fixieren, weil die Verkaufsaktivitäten direkt mit dem Produktionssystem korrespondieren. Schließlich, und das ist fürwahr heute zunehmend eine Alleinstellung, reden wir über ein Unternehmen in altbewährter Maschinenbautradition, sprich: komplette Unabhängigkeit von Banken und Drittmittelgeber sowie ein über Generationen hinweg gewachsenes Selbstverständnis über die Art, wie man langjährige Partnerschaften mit den Kunden pflegt, auf Basis eines seriösen, nachhaltigen Geschäftsgebarens und Wertesystems. Die Eigentümer und deren Familienangehörigen bewegen sich permanent im Tagesgeschäft. Viele unserer Kunden sind ebenfalls Mittelständler und im Gespräch sehen wir angesichts der CMZ-Philosophie oft ein Leuchten in den Augen unserer Kunden, denn es geht bei uns nicht um Shareholder Value oder die Befriedigung von Verbindlichkeiten. Bei uns setzt kein Controller den Rotstift an, nachdem die Techniker ihre Arbeit getan haben. Da sich die rein technischen Daten der Werkzeugmaschinen in unserem Segment zunehmend angleichen, macht die Philosophie dahinter den Unterschied.

Blick in den Arbeitsraum einer CMZ-CNC-Drehmaschine TA25YS, automatisiert über einen CMZ-Gantry-Lader GL20II (© CMZ)

WB: Sie sind also die wohltuende, herbeigesehnte Alternative am Drehmaschinenmarkt?

Süßmann: Wenn das so empfunden wird, soll es uns recht sein. Die Zahlen sprechen dafür, zumal unsere Maschinen ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Das ist und bleibt neben der Langlebigkeit der Maschinen die Basis des Geschäfts. Natürlich schließen wir mit unserem Portfolio einige Anwendungsbereiche von vorneherein aus, aber das tun wir bewusst, weil es uns und unseren Kunden Vorteile im Kerngeschäft bringt. Hochkomplexe Maschinen mit eng umrissenem Einsatzgebiet und hohem Applikationsaufwand sind ebenso wenig unsere Zielrichtung, wie das Versorgen von Kunden mit Maschinen, die bauteilspezifisch für eine Laufzeit von nur wenigen Jahren konzipiert sind und dann keine Verwendung mehr haben. Der Schwerpunkt liegt daher bei jenen klassischen Lohnfertigern, die heute noch nicht wissen, welche Teile sie in neun Monaten fertigen und sich daher maschinenseitig universell aufstellen müssen. Daneben punkten wir aber trotzdem auch zunehmend im applikationsgetriebenen Projektgeschäft, weil wir eine Vielzahl an Optionen aus dem Standardbaukasten abdecken können, inklusive Automationslösung.

WB: Wie stark ist in Ihren Märkten der Drang zur Automation ausgeprägt und welche Optionen bieten Sie dafür?

Süßmann: Automatisierung ist ein klarer Trend und letztlich logische Konsequenz des Facharbeitermangels. Jede vierte CMZ- Maschine wurde im vergangenen Jahr automatisiert ausgeliefert, Tendenz steigend. Unser Slogan an dieser Stelle ist: ›Geben Sie ihren Mitarbeitern wichtigere Aufgaben, das Einlegen übernehmen wir.‹ Dabei drücken wir die Grenzstückzahl, ab der sich eine Automation rechnet, je nach teilespezifischer Hauptzeit, auf wenige Stück. Wenn ein Teil drei Minuten läuft, kann ein Mitarbeiter bestenfalls eine zweite Maschine mitbedienen, die dafür direkt gegenüber stehen muss. Und das funktioniert auch nur so lange, wie es keine Störung oder Rüsttätigkeit gibt. Wenn von diesen Bauteilen auch nur 20 Stück automatisiert gefertigt werden können, gewinnt der Bediener eine Stunde Freiraum. Dafür bieten wir zunächst eine eigene kompakte Gantry-Automation, deren Steuerung komplett in die Maschinen-CNC integriert ist. Mit gerade einmal acht Abfragen im Dialog und fallweise einer mechanischen Änderung am Greifer kann diese flexibel umgerüstet werden, wobei die Zugänglichkeit zur Maschine uneingeschränkt erhalten bleibt. Der Clou ist, dass wir in der Regel einen ROI von unter einem Jahr erzielen und dass wir für Maschinen mit eigener Gantry-Automation die gleiche Lieferdauer haben wie für Maschinen ohne Automation. Darüber hinaus können wir mit Partnern jedwede andere Automation dank vorhandener Standardschnittstellen realisieren.

WB: Bitte beschreiben Sie für unsere Leser kurz das CMZ- Maschinenspektrum.

Süßmann: Wir haben drei Baureihen namens TA, TD und TX und bieten damit einen bis drei Revolver, teilweise mit Gegenspindel und Y-Achse, aber ohne Schwenkachsen. Die Dimensionen reichen von 400 mm Drehlänge bei 52 mm Stangendurchlass bis 3200 mm Drehlänge und 156 mm Durchlass. Die TA und die TD sind recht ähnlich, wobei die TA in erster Linie kompakter baut. Der Schwerpunkt bei beiden Baureihen ist die klassische Einspindel-Einrevolver-Maschine. Die TX ist die komplexere Baureihe mit bis zu drei Revolvern, Haupt- und Gegenspindel sowie Y-Achsen. Wir liefern die Maschinen häufig auch mit Kurzstangen-Lademagazin aus, bevorzugt von unserem Premium-Partner Breuning, der vergleichbare Qualitätsansprüche hat, wie wir.

WB: Bei der Steuerung setzen Sie ausschließlich auf Fanuc. Das begrenzt Ihren Kundenkreis in Deutschland, oder?

Süßmann: Ja, das ist so, insbesondere im Automobilumfeld. Aber dort stechen unsere Argumente eh nur in ausgewählten Anwendungen und eine Verfügbarkeit von Ersatzteilen nach 15 Jahren, auch bei der Steuerung, ist bei zweckgebundenen Projektmaschinen weniger von Interesse, weil sie meist nach wenigen Jahren ausgemustert werden. Dennoch ist Fanuc für unsere Kunden die richtige Entscheidung, denn in Bezug auf die Verfügbarkeit der Steuerung selbst sowie entsprechender Ersatzteile setzt Fanuc weltweit Maßstäbe. Der altbekannte Spruch, dass die erste Maschine der Verkauf und die zweite der Service verkauft, trifft auch dank der zuverlässigen Steuerung auf uns erst gar nicht zu. Wir kennen angesichts der hochwertigen Komponenten und der soliden Konstruktion die Fälle nicht, wo wir Bauteile austauschen müssen, die wir zuvor seitens CMZ eingebaut haben. 95 Prozent unserer Einsätze gehen auf Fehler zurück, die 30 cm vor der Steuerung verursacht wurden, also klassische Crash-Situationen und Bedienfehler. Es gibt nicht wenige Maschinen im Markt, bei denen wir innerhalb von vier Jahren nur einen Serviceeinsatz haben. Und dieser kann keine Reparatur, sondern eine Wartung beinhalten. Die Fanuc-Philosophie passt diesbezüglich perfekt zum ausgeprägten Nachhaltigkeits- Grundsatz von CMZ.

TD35 Y3200: Stark und präzise im Bereich der Großbank-CMZ-Drehmaschinen, gefertigt mit erstklassigen Komponenten (© CMZ)

WB: Können Sie beim aktuellen Digitalisierungs-Wettlauf mithalten?

Süßmann: Können oder Wollen, das ist hier die Frage. Der Hype rund um dieses Thema der letzten Jahre hat mit unserem Tagesgeschäft und den Prioritäten im Lastenheft unserer Kunden wenig zu tun. Selbstverständlich sind unsere Maschinen vernetzbar und Industrie-4.0-fähig, dafür sorgt alleine die moderne iHMI-Steuerung von Fanuc im Standard. Maschinendaten sind natürlich auch bei einer CMZ extrahierbar und der Fertigungsleiter kann jederzeit von jedem Ort der Welt kontrollieren, welche Maschinen laufen und welche Stückzahlen gefertigt wurden. Das konnten wir vor acht Jahren aber auch schon. Der Nutzen der Kunden ist entscheidend, und bei unserer Klientel spielen selbst Aspekte wie Teleservice bis heute eine eher untergeordnete Rolle.

WB: Dann verfolgen Sie auch nicht den Trend hin zum Einbau von immer mehr Sensoren, dem Anbau immer größerer Touch-Monitore und dem Aufrüsten der CNC-Steuerung mit intelligenten Softwaretools?

Süßmann: Da muss man differenzieren. Sensorik? Nein. Unsere Maschinen sind mechanisch äußerst stabil gebaut, dem Wärmegang wirken wir mit gezielter Kühlung wärmeeintragender Komponenten entgegen. Elektronische Kompensation nutzen wir nur, um beispielweise die C-Achse der Spindel über den Drehgeber auf Basis einer Laservermessung fallweise nachzujustieren. Größere Touch-Monitore bietet Fanuc auch und die Software unterstützt den Bediener selbstredend bei der zügigen Programmierung der Drehteile. Aber das Vortäuschen einer Sicherheit über Simulationstools, bei denen es immer noch auf die fehlerfreie Eingabe von Werkzeugdaten ankommt, oder das Bevormunden von Bedienern, ist nicht unser Weg. Die Praxis zeigt nämlich, dass ein Bediener sehr wohl Herr der Lage bleiben sollte, etwa wenn er in Ermangelung eines passenden Werkzeugs einen Arbeitsgang ›hinmogelt‹, für den das Werkzeug eigentlich nicht gedacht ist. Derartige Erfahrungswerte müssen unsere Kunden auch künftig einbringen können.

WB: Gibt es sonstige Trends, mit denen Sie in Ihrem Spektrum konfrontiert werden?

Süßmann: Ein deutlicher Trend ist die Hartbearbeitung, bei der uns der solide Aufbau unserer Werkzeugmaschinen in die Karten spielt. Wir haben Kunden, die problemlos durch eine Randschicht mit 63 HRC Härte mit einem Schnitt ins Weiche fahren. Da entscheidet eher das Werkzeug, unsere Maschine ist ohnehin stabil genug. Und wir stellen einen Zuwachs beim Projektgeschäft fest, das bei uns mittlerweile einen Anteil von über 15 Prozent ausmacht. Auch hier reicht das von einem 1-Mann-Betrieb, der mit zwei Portallader-Drehmaschinen eine Art Gelddruckerei betreibt, bis hin zum Tier-1-Automobilzulieferer, der acht CMZ-CNC-Drehmaschinen in Form von vier Zweier-Inseln verkettet hat. Unser Optionenpaket und unser erfahrenes Applikationsteam lassen da äußerst wirtschaftliche Komplettlösungen aus einer Hand zu. Sonstige kundenspezifische Wünsche klären wir auf kurzem Dienstweg mit unseren Kollegen in Spanien ab. Auch hier genießen wir als Satellit bestmögliche Unterstützung aus einem Guss.

WB: Herr Süßmann, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Helmut Damm.

Hersteller

CMZ Deutschland GmbH

70499 Stuttgart

Tel. +49 711 46920460

www.cmz.com

CMZ in den sozialen Medien:






Diesen Artikel bieten wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung von der Redaktion WB Werkstatt + Betrieb kostenlos als PDF-Datei zum Download an.

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Unternehmensinformation

CMZ Deutschland GmbH

Holderaeckerstraße 31
DE 70499 Stuttgart
Tel.: 0711 46920460

Internet:www.cmz.com/de/kontakt
E-Mail: www.cmz.com/de/kontakt



Weiterführende Information
  • 01.05.2019

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