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Bohren - Bohren Grundlagen

Vielfalt bei Bohrverfahren und in der Praxis gängigen Bohrmaschinen und -systemen

Bohren

Auszug aus

Handbuch Spanen

Herausgeber: Günter Spur
10/2014, 1392 Seiten, € 299,99
ISBN: 978-3-446-42826-3
Seite 313 ff.

Bohrverfahren für Sack- und Durchgangslöcher, für hochgenaue Bohrungen, für große Bohrtiefen und dafür geeignete Bohrmaschinen und Bohrsysteme.

Nach der DIN 8589 – Fertigungsverfahren Spanen Teil 2: Bohren, Senken, Reiben – werden die verschiedenen Bohrverfahren eingeordnet, unterteilt und die Begriffe definiert (DIN8589-2). Eine Übersicht der nach der Norm eingeteilten Bohrverfahren ist in Abbildung 6.3 dargestellt.

Die erste Unterebene der Bohrverfahren Bohren, Senken, Reiben besteht aus fünf einzelnen Untergruppen: Plansenken, Rundbohren, Schraubbohren, Profilbohren und Formbohren. Das Plansenken ist ein Bohrverfahren zur Erzeugung einer senkrecht zur Drehachse der Schnittbewegung liegenden, ebenen Fläche. Die Werkzeuge für das Plansenken können dabei mit oder ohne Führungszapfen ausgeführt sein. Weiterhin ist das Plansenken in das Planansenken und das Planeinsenken unterteilt, wobei sich nur die zu bearbeitenden ebenen Flächen unterscheiden. Das Rundbohren wird definiert als ein Bohren zur Erzeugung einer kreiszylindrischen Innenfläche, die koaxial zur Drehachse der Schnittbewegung liegt. Das Rundbohren ist in vier Untergruppen eingeteilt: das Bohren ins Volle, das Kernbohren, das Aufbohren und das Rundreiben (Reiben).

Abb. 6.3: Bohrverfahren, allgemeine Übersicht (DIN 8589-2)

Bohren ins Volle

Das Bohren ins Volle wird als Bohren in den vollen Werkstoff zur Erzeugung einer kreiszylindrischen Innenfläche, die koaxial zur Drehachse der Schnittbewegung liegt, definiert. Das Verfahren Bohren ins Volle ist wiederum unterteilt nach verschiedenen zum Einsatz kommenden Werkzeugen, wie Werkzeuge mit symmetrisch (Abb. 6.4 a) oder unsymmetrisch angeordneten Hauptschneiden, Einlippenbohrer und Bohrköpfen nach dem Einrohr- oder nach dem Doppelrohrsystem. Die Werkzeuge Einlippenbohrer und Bohrkopf nach dem Einrohr- oder nach dem Doppelrohrsystem werden verwendet, wenn besonders tiefe und präzise Bohrungen hergestellt werden sollen. Beim Kernbohren wird der Werkstoff ringförmig zerspant, wobei nach der Herstellung der Bohrung ein kreiszylindrischer Kern in der Bohrung entsteht bzw. übrig bleibt. Beim Kernbohren erfolgt eine Unterteilung nach den Werkzeugen mit symmetrisch angeordneten Hauptschneiden, mit Einlippenbohrer und mit Bohrkopf nach dem Einrohrsystem (Abb. 6.4 b). Das Aufbohren wird angewendet, wenn die bereits z. B durch Gießen oder Vorbohren vorhandene Bohrung vergrößert werden soll. Beim Aufbohren kommen die Werkzeuge zum Einsatz, welche zuvor beim Bohren ins Volle genannt worden sind.

Genauigkeit verbessern – reiben

Das letzte Verfahren in der Gruppe des Rundbohrens ist das Rundreiben (Reiben). Als Rundreiben wird ein Aufbohren mit einer geringen Spanungsdicke zur Erzeugung einer maß- und formgenauen, kreiszylindrischen Innenfläche mit einer verbesserten Oberflächenrauheit definiert. Das Rundreiben wird in mehrschneidiges Reiben (Abb. 6.4 c) und einschneidiges Reiben unterteilt. Eine weitere Untergruppe ist das Schraubbohren mit einer Unterkategorie, dem Gewindebohren (Abb. 6.4 d). Das Schraubbohren wird definiert als Bohren in eine vorgebohrte oder bereits vorhandene Bohrung mit einem Schraubprofilwerkzeug zur Erzeugung von Innenschraubflächen, die koaxial zur Drehachse der Schnittbewegung liegen. Die nächste Untergruppe ist das Profilbohren mit der Einteilung Profilbohren ins Volle (Abb. 6.4 e), Profilaufbohren, Profilsenken (Abb. 6.4 f) und Profilreiben (Abb. 6.4 g). Als Profilbohren ist im Allgemeinen eine Erzeugung von rotationssymmetrischen Innenflächen, die durch das Hauptschneidenprofil des Werkzeugs bestimmt sind, gemeint. Die letzte Untergruppe der Bohrverfahren Bohren, Senken, Reiben ist das Formbohren mit einer Unterkategorie, dem Unrundbohren. Das Formbohren ist dabei definiert als ein Bohren mit gesteuerter Schnitt- und Vorschubbewegung zur Herstellung von Innenflächen, die von der kreiszylindrischen Form abweichen.

Abb. 6.4: Ausgewählte Bohrverfahren (DIN 8589-2) WST = Werkstück

Bohrmaschinen und Bohrsysteme

Die Spanbildung beim Bohren entsteht, wie in Kapitel 6.1 dargestellt, durch eine kreisförmige Bewegung von Werkzeug und/oder Werkstück. Auch die Vorschubbewegung kann entweder vom Werkzeug oder Werkstück ausgeführt werden. Über diese kinematischen Kriterien ist es möglich, die Bauformen der Bohrmaschinen einzuteilen. Darüber hinaus kann eine weitere Unterteilung über die Lage und Anordnung der Spindeln in Senkrecht- und Waagerechtbohrmaschinen sowie Ein- und Mehrspindelbohrmaschinen erfolgen. Die in Kapitel 6.2 dargestellten Verfahren Bohren, Aufbohren, Reiben und Gewindebohren können auf universellen Bohrmaschinen durchgeführt werden. Dahingegen erfordern die Tiefbohrverfahren zumeist spezielle Maschinen.

Tabelle 6.1: VDI-Richtlinie zu Herstellung von Bohrungen (Auszug)

Auszug aus

Handbuch Spanen

Herausgeber: Günter Spur
10/2014, 1392 Seiten, € 299,99
ISBN: 978-3-446-42826-3
Seite 313 ff.
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