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07.12.2017

Metav-Presseforum zu Gast bei Phoenix Contact

Digitale Prozessketten, additive Fertigung

Vom 20. bis 24. Februar 2018 wird die Metav in Düsseldorf Schauplatz für moderne Technologien, Dienstleistungen und Trends der Metallbearbeitung sein. Neben Exponaten und Themen entlang der Wertschöpfungskette, geht es auf so genannten Areas um Lösungen etwa aus dem Bereich Werkzeug- und Formenbau oder um Zukunftstechnologien wie Additive Manufacturing und Industrie 4.0. Um die auf der Metav erlebbare Verbindung von klassischer Metallbearbeitung und innovativen Entwicklungen zu beleuchten, lud der Veranstalter, der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) zu einem internationalen Presseforum ins westfälische Blomberg (zwischen Paderborn und Bielefeld) ein. Bei Gastgeber Phoenix Contact standen neben den Themen »Digitale Prozessketten im Werkzeugbau« und »Additive Fertigung« vor allem Strategien für Industrie 4.0 im Mittelpunkt der Diskussion.

Roland Bent, Corporate Technology Officer bei Phoenix Contact (© Phoenix Contact)

Zur Phoenix Contact-Gruppe gehören heute 12 Unternehmen in Deutschland sowie mehr als 50 eigene Vertriebsgesellschaften und 40 Vertretungen in Europa und Übersee. Einer, der selbst rund 30 Jahre dieser Entwicklung miterlebt und mit gestaltet hat, ist Roland Bent, Corporate Technology Officer bei Phoenix Contact. »Die Automatisierung hat die industrielle Entwicklung wesentlich beschleunigt«, sagt er. »Doch dies wird künftig bei weitem übertroffen von der Geschwindigkeit, mit der sich die industrielle Welt jetzt, im Zeitalter der Digitalisierung, verändern wird.« Bent sieht die Industrie in der Phase, »in der wir miteinander und voneinander lernen«. Doch jedes Unternehmen stehe grundsätzlich vor der Entscheidung, »die digitale Transformation einfach auf sich zukommen zu lassen oder sie aktiv mit zu gestalten«.

Bei Phoenix Contact sind die Weichen gestellt. Industrie 4.0 hat für das Unternehmen hohe Priorität mit zwei wesentlichen Aspekten: Zum einen geht es um smarte Technologien für die eigene Produktion, die mit eigenem Maschinenbau und hoher Fertigungstiefe ein exzellentes Terrain für die durchgängige Nutzung digitaler Daten bietet. Zum anderen entwickeln die westfälischen Spezialisten in »kooperativen Konzeptionen« innovative Automatisierungsprodukte für die Produktionsanlagen von Kunden. Über allem steht eine »digitale Agenda«, die auf der Digitalisierung der Wertschöpfungskette aufbaut: »Nur wer ein virtuelles Abbild seiner Produktionsergebnisse bereitstellt, kann zukünftig in diese Kette liefern«, ist Roland Bent überzeugt.

Frank Knafla, Master Specialist Industry 4.0 bei Phoenix Contact (© Phoenix Contact)

Auf dem Metav-Presseforum erläuterte Frank Knafla, Master Specialist Industry 4.0 bei Phoenix Contact, die Bedeutung des Internets für diese Entwicklung: »Die Nutzung des Internets als Kommunikationssystem in industriellen Anwendungen eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette entlang des Lebenszyklus von Produkten und Produktionssystemen«, so Knafla. Die Kombination der Industrial-Ethernet-Kommunikation und des Internets, damit die direkte Verbindung von Dingen, Diensten, Menschen und Maschinen, ermögliche smarte Anwendungen in neuer Dimension. Doch träfen hier auch unterschiedliche Welten aufeinander, die erst lernen müssten, miteinander zu kommunizieren. »Kommunikation ist der Schlüssel«, sagt Knafla.

Da die Vorteile von Industrie 4.0 für die Produktion gerade mittelständischen Unternehmen mitunter etwas abstrakt erscheinen, hat Phoenix Contact praxisorientierte Handlungsfelder definiert. »Dabei wird nicht alles realisiert, was technisch möglich ist«, erläutert Frank Knafla, »sondern nur, was für den jeweiligen Prozess einen Vorteil garantiert«. Aspekte wie Qualität, Flexibilität, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit stehen im Vordergrund.

Losgröße eins zu Kosten der Massenfertigung

Mit seinem Produktportfolio, den Diensten und Lösungen will Phoenix Contact die Voraussetzungen schaffen, damit sich zunehmend individuellere Endprodukte vollautomatisiert bis zur Losgröße eins fertigen lassen. Wie dies aussehen kann, demonstriert das Unternehmen am Beispiel einer eigenen Fertigungslinie, bei der Produktion von Trennverstärkern am Standort Bad Pyrmont. Trennverstärker, so die Erläuterung des Unternehmens, werden in elektrotechnischen Anlagen immer dann benötigt, wenn sensible Messwertsignale störungsfrei von der Sensor- in die Steuerungsebene übertragen werden sollen. Da sich hier bisweilen sehr individuelle Anforderungen ergeben, stellen die Automatisierungsspezialisten die Trennverstärker als konfigurierbare Varianten in flexiblen Produktionsanlagen her. Die Kommunikation zwischen Produkt, Mitarbeiter und Maschine führe zu einem verbesserten Prozessablauf, heißt es, in dem sich selbst geringe Losgrößen wirtschaftlich produzieren lassen. Von der Auftragserstellung bis zum fertigen Produkt nutzen alle beteiligten Systeme digitale Daten.

Unabhängig von den technischen Voraussetzungen für Industrie 4.0, die bei Phoenix Contact auf dem Metav-Presseforum dargestellt wurden, liegen die Herausforderungen der Zukunft darin, aus den technischen Möglichkeiten neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Hier kommt dem Austausch mit anderen Playern sowie gemeinsamen Forschungsprojekten auch mit Wissenschaftsinstitutionen eine immens hohe Bedeutung zu. Bei Phoenix Contact werden zugleich die mit der Digitalisierung verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitswelt erforscht. Gemeinsam mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe wurde im Unternehmen die ›Zukunftswerkstatt Combicon‹ entworfen, in der Veränderungen von Tätigkeitsinhalten und Qualifikationen untersucht werden.

Industrie 4.0 live auf der Metav

Mit dem industriellen Internet der Dinge, also der Zusammenführung von Maschinen- und Sensordaten mit der virtuellen Welt, dürfte die klassische Fabrik- und Prozessautomation deutlich Fahrt aufnehmen, das wurde beim Presseforum deutlich. In Düsseldorf wird der ›Themenpark Industrie 4.0‹, der sich bereits bei seiner Premiere vor zwei Jahren als Besuchermagnet auf der Metav erwiesen hat, das Thema aufgreifen und Einblicke in die digitale Fertigung ermöglichen. Hier soll auch die Frage beantwortet werden, wie kleine und mittelständische Unternehmen von der digitalen Fertigung profitieren können. Am Gemeinschaftsstand präsentieren Unternehmen und Forschungseinrichtungen bereits realisierte Problemlösungen. Das zugehörige Fachforum soll Best-Practice-Beispiele darstellen und für weiteren Gesprächsstoff sorgen. Die Stände der Aussteller bieten ausreichend Gelegenheit zum Informationsaustausch, ganz nach dem Motto: Kommunikation ist der Schlüssel - für Innovationen ebenso wie für die weitere digitale Entwicklung.

Autorin: Cornelia Gewiehs, freie Journalistin, Rotenburg (Wümme)

Unternehmensinformation

Phoenix Contact GmbH & Co.KG

Flachsmarktstraße 8-28
DE 32825 Blomberg
Tel.: 05235 3-12000
Fax: 05235 3-12999

VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.

Corneliusstraße 4
DE 60325 Frankfurt
Tel.: 069 756081-0
Fax: 069 75608111741-1574

Internet:www.vdw.de
E-Mail: vdw <AT> vdw.de


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