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22.01.2020

Metav 2020: VDMA-Forum Spanntechnik

Cyberphysikalische Betriebsmittel

Ebenso wie viele erfolgreiche TV-Serien lebt auch die Industrie von Innovationen, die auf den Erfolgen eines Vorgängers aufbauen. Das betrifft in besonderem Maße die Spannmittelindustrie, deren Produkte sich zu cyberphysikalischen Betriebsmitteln wandeln. Über den aktuellen Stand der Technik und die neuen Megatrends können sich Besucher auf der Metav 2020 in den Düsseldorfer Messehallen und auf dem VDMA-Forum Spanntechnik am 11. März 2020 in Halle 1 informieren.

Prokuristin Martina Diebold und Geschäftsführer Hermann Diebold, Helmut Diebold GmbH & Co. Goldring‐Werkzeugfabrik (© Nikolaus Fecht)

Das Ziel: die gläserne Produktion

Zwei Wege geht die Helmut Diebold GmbH & Co. Goldring-Werkzeugfabrik aus Jungingen auf der Metav 2020 in Düsseldorf. Zum einen will das Unternehmen aktuelle Innovationen wie die Schrumpftechnik, modulare Aufnahmen oder das Ultrajet-Kraftspannfutter vorstellen. Zum anderen dient die Messe dem Unternehmen als Forum für Weiterentwicklung. »Wir sind aktuell mit Industrie 4.0 auf dem Gebiet Digitalisierung sehr aktiv«, berichtet Prokuristin Martina Diebold. »Einen ersten Vorgeschmack gibt es dazu bereits auf der Metav 2020 zu sehen.«
Die Nachfrage nach digitalen Lösungen habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. So ließe sich der Bearbeitungsprozess mit einer gläsernen Produktion, bei der jeder den Standort eines Werkstücks kennt, besser handhaben. »Die Digitalisierung macht mühsames Suchen überflüssig«, nennt Diebold einen wesentlichen Vorteil. »Auf diese Weise lassen sich längere Maschinenstillstände elegant vermeiden.«

Nur mit Innovationen wie diesem Kraftspannfutter können sich Spannmittelhersteller bei einem Wirtschaftsabschwung behaupten (© Diebold)

Intelligenz direkt an der Maschine

Diese Entwicklung gehe einher mit einer Dezentralisierung, bei der die Intelligenz direkt an der Maschine gefragt ist. So würde sich auch die Spanntechnik weiterentwickeln zu cyberphysikalischen Betriebsmitteln. Ein Prozess, den auch der OPC UA-Standard und die darauf basierende universelle Schnittstelle umati des VDW (Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) beflügeln.
Im Kommen ist bei den Süddeutschen außerdem das Baukastenprinzip: Im Mittelpunkt steht eine zentrale Grundaufnahme, die sich mit verschiedenen Aufsätzen zu individuellen Spannmitteln kombinieren lässt. Für das System spreche der zweiteilige Aufbau, der für Schwingungsarmut sorgt und so die Qualität der Zerspanung erhöht. Diebold: »Nur mit derartigen Innovationen werden wir uns auch bei einem Wirtschaftsabschwung behaupten können.«

Megatrends im Visier: Zu den smarten Spannmitteln auf der Metav 2020 zählen auch Leichtbauprodukte wie der manuelle Spannstock MANOK aus Carbon (© Hainbuch)

Industrie 4.0 wird noch Fahrt aufnehmen

Die zunehmende Digitalisierung der Spannvorrichtungen ist auch ein wichtiges Thema bei der Hainbuch GmbH aus Marbach bei Ludwigsburg: Dieser Trend spiegelt sich aktuell in einer smarten Produktpalette, die von standardisierten Schnellwechsel-Schnittstellen, Plug-and-play-Spannkraftmessgeräten mit integrierter Software bis zum intelligenten Spannsystem reicht. »Die Felder der digitalen Transformation sind noch längst nicht alle ausgereizt«, blickt Konstruktionsleiter Alfred Hillinger in die Zukunft. »Es ist für mich ganz klar, dass Industrie 4.0 noch mehr Fahrt aufnehmen wird.« Und das zeige sich auch in den Exponaten, die Hainbuch im März auf der Metav 2020 vorstellen wird.

Die komplette Themen-Bandbreite behandelt das Forum Spanntechnik der VDMA Präzisionswerkzeuge: Unter der Moderation von Peter Tausend (WTE Präzisionswerkzeug GmbH) und Philipp Ehrhardt (Römheld GmbH) geht es in sechs Vorträgen um Spanntechnik – Lösungen für Megatrends . Behandelt werden z.B. die Fragen, ob hochqualitative Werkzeugspanntechnik Kosten verursacht oder sie beeinflusst (Haimer GmbH), und wie sich Nullpunktspanntechnik beim 3D-Druck einsetzen lässt (Andreas Maier GmbH).

Das Zusammenspiel mit Sensorik und Elektronik spielt – mit Blick auf die digitale Transformation – gleich mehrmals an diesem Mittwochvormittag eine Rolle: etwa beim feinfühligen, intelligenten Werkzeughalter der Heuchelheimer Schunk GmbH, bei den intelligenten und serialisierten Werkzeugsystemen für die vernetzte Fertigung von Morgen (Mapal Dr. Kress) oder der Verbesserung der Produktqualität durch sensorische Prozesskontrolle (Römheld GmbH). Mit Blick auf diese Beispiele für Metallbearbeitung und Industrie 4.0 fragt Prof. Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover und Vizepräsident der WGP (Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik), auf dem VDMA-Forum Spanntechnik provokativ: Metallbearbeitung trifft Industrie 4.0 –Vergangenheit trifft Zukunft?

Weiterführende Information
  • 22.01.2020

    Metav 2020: Know-how zur Datensicherheit

    Kongress Cybersecurity des VDMA

    Die Digitalisierung hat ihren Preis: Die Vernetzung von Menschen, Maschinen und Unternehmen erhöht nicht nur Produktivität und...   mehr

Unternehmensinformation

Hainbuch GmbH Spannende Technik

Erdmannhäuser Str. 57
DE 71672 Marbach
Tel.: 07144 907-0
Fax: 07144 18826

Internet:www.hainbuch.com
E-Mail: verkauf <AT> hainbuch.de


Helmut Diebold GmbH & Co

An der Sägmühle 4
DE 72417 Jungingen
Tel.: 07477 871-0
Fax: 07477 87130

Internet:www.diebold-hsk.de
E-Mail: verkauf <AT> diebold-hsk.de


VDMA Werkzeugbau

Lyoner Straße 18
DE 60528 Frankfurt
Fax: 069 6603-2269

VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.

Corneliusstraße 4
DE 60325 Frankfurt
Tel.: 069 756081-0
Fax: 069 75608111741-1574

Internet:www.vdw.de
E-Mail: vdw <AT> vdw.de


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