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04.03.2019

Heidenhain: CNC PILOT 640 im Einsatz

Auf Knopfdruck zum NC-Programm

Ihre innovativen Programmiermöglichkeiten machen die CNC PILOT 640 von Heidenhain zu einer hilfreichen Drehsteuerung für die Werkstatt. Ihre Markenzeichen sind dabei nicht allein die einfache Bedienung und die konturgenaue Bewegungsführung, wie sie auch von den Heidenhain-Frässteuerungen bekannt sind. Die besondere Stärke der CNC PILOT 640 soll in der intelligenten Unterstützung des Anwenders bei der Programmerstellung liegen.

Die CNC PILOT 640 ist die ideale Steuerung für Drehmaschinen wie die EMCOTURN-Drehzentren, die ihre Stärken im Werkstatteinsatz haben (© Heidenhain)

Bei der Programmierung unterstützt die CNC PILOT 640 den Anwender vor allem mit den folgenden Tools:

  • Die Interaktive Kontur-Programmierung ICP (Interactive Contour Programming) ermöglicht eine grafische Programmierung des Drehteils.
  • Die automatische Programmgenerierung TURN PLUS erzeugt auf Knopfdruck ein komplettes NC-Programm.
  • Die komfortable Programmierung in smart.Turn mit leicht verständlichen Units erlaubt jederzeit Anpassungen des NC-Programms.
  • Der intuitiv zu bedienende Touchscreen zeigt kontextsensitiv Dialoge, Grafiken und 2D- oder 3D-Simulationen an. So hilft er dem Anwender dabei, das NC-Programm zu prüfen und fehlende Informationen schnell zu ergänzen.

Konturen interaktiv programmieren

Grundlage jedes Fertigungsprozesses ist die Werkstückzeichnung. Bei der CNC PILOT 640 kann sie besonders einfach auf die Steuerung übernommen werden: über die Interaktive Kontur-Programmierung ICP oder durch einen Import direkt aus einer DXF-Datei. ICP benötigt nur eine Beschreibung der Roh- und Fertigteilkontur über die Konturelemente, wie sie in der Zeichnung bemaßt sind. Dazu kann der Anwender ganz nach seinen individuellen Vorlieben entweder die Maße und Daten in einem übersichtlichen Dialog eingeben oder das Werkstück über eine grafische Programmierung nachbilden. Wenn die Zeichnung im DXF-Format zu Verfügung steht, kann die Kontur alternativ auch einfach importiert werden.

Vom einfachen Drehteil bis zum komplexen Werkstück: Die CNC PILOT 640 beherrscht auch Bohr- und Fräsbearbeitungen auf Stirn- und Mantelflächen oder die Rückseitenbearbeitung (© Heidenhain)

Bei der Dateneingabe entscheidet der Anwender selbst über die Art und Weise, wie er die Konturelemente beschreiben möchte. Er kann zum Beispiel die Koordinaten absolut oder inkremental eingeben, den Endpunkt oder die Länge einer Linie definieren, den Mittelpunkt oder Radius eines Kreisbogens angeben und zusätzlich festlegen, ob ein tangentialer oder nicht tangentialer Übergang zum nächsten Konturelement vorliegt. Parallel zur Eingabe kann er sich dazu auch immer eine Grafik anzeigen lassen, in der die soeben vorgenommenen Eingaben dargestellt werden.

Fehlende Koordinaten, Schnittpunkte, Mittelpunkte et cetera berechnet die CNC PILOT 640 automatisch, soweit sie mathematisch definiert sind. Ergeben sich mehrere Lösungsmöglichkeiten, zeigt die CNC PILOT 640 die mathematisch möglichen Varianten in einem Dialog an. Darin kann der Anwender dann die gewünschte Lösung auswählen und dabei auch bestehende Konturen ergänzen und ändern oder aber eine ganz eigene Lösung eingeben.

TURN PLUS erzeugt automatisch das NC-Programm

Nach der Programmierung des Werkstücks genügt dann ein Knopfdruck und TURN PLUS erstellt in kürzester Zeit ein NC-Programm. Der Anwender wählt dazu zusätzlich nur noch Werkstoff und Spannmittel aus. Alles Weitere erledigt TURN PLUS automatisch. Dazu gehört die Analyse der Konturen ebenso wie die Auswahl von Arbeitsstrategie, Werkzeugen und Schnittdaten oder die Generierung der NC-Sätze. Während der Programmgenerierung zeigt die CNC PILOT 640 in einer grafischen Simulation genau an, welche Arbeitsschritte sie gerade abarbeitet. So kann sich der Anwender im wahrsten Sinne des Wortes ein genaues Bild des NC-Programms machen. Da TURN PLUS dabei alle Daten in das NC-Programm übernimmt, steht nach der Programmgenerierung zudem ein 3D-Modell des Werkstücks zur Verfügung, auch wenn der Anwender ursprünglich nur 2D-Daten aus einer DXF-Datei importiert hat.

Klar und übersichtlich gegliedert: smart.Turn-Programm, Bearbeitungsparameter und Werkstückzeichnung stehen auf dem Touchscreen der CNC PILOT 640 unmittelbar nebeneinander (© Heidenhain)

Ergebnis der automatischen Programmgenerierung mit TURN PLUS ist ein ausführlich kommentiertes smart.Turn-Programm. Dieses Programm enthält nicht nur klassische Drehprozesse. TURN PLUS erzeugt auch die notwendigen Units für Bohr- und Fräsbearbeitungen mit der C-Achse oder der Y-Achse auf Stirn- und Mantelflächen. Bei Maschinen mit Gegenspindel kann auch die Rückseitenbearbeitung in einem Programm berücksichtigt werden. Der Maschinenhersteller muss dazu für die Werkstückübergabe zwischen den Spindeln nur einen entsprechenden Zyklus eingerichtet haben.

Indem die CNC PILOT 640 den Anwender mit TURN PLUS bei der Programmerstellung entlastet, eröffnet sie ihm zusätzlichen Spielraum für andere wertschöpfende Tätigkeiten. Der Anwender kann nach der Geometriedefinition bis zu 90 Prozent der Zeit einsparen, die er sonst für die herkömmliche Programmierung der Bearbeitung benötigt hätte. Gleichzeitig bietet das automatisch generierte Programm mehr Sicherheit beim Einfahren des NC-Programms.

Interessant ist TURN PLUS aber auch für die Kalkulation von Aufträgen. TURN PLUS gehört nämlich zum Standardumfang der Programmierplatz-Software DataPilot CP 640, die auf jedem PC oder Notebook installiert werden kann. Weil mit der Programmerzeugung durch TURN PLUS eine sehr realitätsnahe Simulation des Bearbeitungsprozesses einhergeht, kann der Anwender TURN PLUS auch als zuverlässiges Kalkulationstool nutzen, das ihm aussagekräftige Informationen über die zu erwartende Bearbeitungszeit liefert.

Strukturiert programmieren: smart.Turn

Das smart.Turn-Programm, wie es TURN PLUS erzeugt, gliedert sich in gut lesbare einzelne Bearbeitungsblöcke, die Units. Eine Unit beschreibt einen Bearbeitungsschritt – und zwar vollständig und übersichtlich. Die Units basieren wiederum auf den bewährten DIN/ISO-Codes. Werkzeug-, Technologie-, Kontur- und Zyklusparameter kann der Anwender auf einen Blick erfassen. Denn alle Parameter sind klar strukturiert in Formularen zusammengefasst und werden durch kontextsensitive Hilfebilder veranschaulicht. smart.Turn stellt dabei auch sicher, dass jeder Arbeitsblock korrekt und vollständig definiert ist.

Die Touch-Bedienung der CNC PILOT 640 erfolgt durch intuitive Gesten, wie sie auch von Smartphones oder Tablets bekannt sind (© Heidenhain)

Die offenen smart.Turn-Programme kann der Anwender dank ihrer klaren Struktur auch jederzeit schnell und einfach bearbeiten. Dadurch kann er einmal erstellte Programme immer wieder verwenden. Er muss sie einfach nur an die eventuell abweichenden, neuen Gegebenheiten anpassen – entweder über eine Änderung der eingegebenen Werte direkt im smart.Turn-Programm oder mit Hilfe der grafischen Programmierung. Bei besonderen Bearbeitungsaufgaben kann der Anwender auf diese Weise auch sein spezifisches Wissen rund um die Bearbeitung, den Werkstoff und die Werkzeuge zur Optimierung des Programms nutzen. Darüber hinaus kann er bei der Programmierung der CNC PILOT 640 selbstverständlich auch leistungsfähige Zyklen für das Drehen, Fräsen und Bohren nutzen. Außerdem gehören Gewindezyklen oder Fräs- und Bohrmuster zum Standard.

Intuitiv bedienen, effizient in der vernetzten Fertigung drehen

Innovativ wie die Programmierung ist auch die Bedienung der CNC PILOT 640. Sie erfolgt genau wie bei einem Smartphone oder Tablet über Gesten an einem Touchscreen. Diese intuitive Art der Bedienung erleichtert vor allem die Arbeit in den vielen Grafikansichten und bei der grafischen Programmierung. In allen Anzeigemodi unterstützt die CNC PILOT 640 kontextsensitiv und übersichtlich mit genau den Informationen, die gerade zur Programmierung, Bedienung und Kontrolle von Steuerung und Maschine benötigt werden. So erläutern zum Beispiel bei der Programmeingabe Hilfebilder die erforderlichen Parameter. Bei der Simulation von NC-Programmen werden alle Bewegungen des Werkzeugs detailgetreu und realistisch dargestellt, wodurch mögliche Kollisionen sehr gut zu erkennen sind. Während des Programmlaufs zeigt die CNC PILOT 640 ebenfalls alle Informationen zur Werkzeugposition, Drehzahl und Auslastung der Antriebe sowie den aktuellen Maschinenzustand an.

Auch wenn – oder besser gesagt: gerade weil – die Stärken der CNC PILOT 640 in der werkstattorientierten Programmierung liegen, ist natürlich eine intelligente Einbindung in das Firmennetzwerk sinnvoll. Dafür stehen auch bei der CNC PILOT 640 die Lösungen von Connected Machining zur Verfügung. Darüber kann der Anwender in der Werkstatt dann alle benötigten Daten – also zum Beispiel DXF-Dateien für den Import der Konturen – aus dem Netzwerk abrufen und direkt an der Steuerung nutzen. Mit Hilfe des REMOTE DESKTOP MANAGERS kann er aber auch zur Oberfläche eines Windows-PCs wechseln. Damit stehen technische Zeichnungen, CAD-Daten, NC-Programme, Werkzeugdaten, Arbeitsanweisungen, Bestückungslisten und Lagerinformationen digital an der Maschine zur Verfügung. Die Software StateMonitor und die erweiterte Anzeige Extended Workspace erlauben es zudem, den Status der angebundenen Maschinen jederzeit und überall im Blick zu behalten.

CNC PILOT 640 – Vielseitig für die Werkstatt

Die CNC PILOT 640 steuert CNC-Drehmaschinen mit Haupt- und Gegenspindel, C-Achse oder positionierbarer Spindel und angetriebenen Werkzeugen sowie Maschinen mit Y-Achse und B-Achse. Bei der mehrkanaligen Bearbeitung können unterschiedliche Bearbeitungsschritte mit mehreren Schlitten gleichzeitig ausgeführt werden. Damit deckt die CNC PILOT 640 die komplette Fertigungsbandbreite vom einfachen Drehteil bis zum komplexen Werkstück ab.

Unternehmensinformation

Dr. Johannes Heidenhain GmbH

Dr. Johannes-Heidenhain-Str. 5
DE 83301 Traunreut
Tel.: 08669 31-0
Fax: 08669 38609

Internet:www.heidenhain.de
E-Mail: info <AT> heidenhain.de


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